Glatte Wände statt Tapete: Warum die Oberfläche entscheidend ist

Tapeten waren lange Zeit aus vielen Wohnungen und Häusern kaum wegzudenken. Heute wünschen sich viele Bauherren und Renovierer dagegen bewusst ruhige, glatte Wandflächen ohne Tapetenstruktur.

 

Eine gleichmäßige, fein gespachtelte und anschließend gestrichene Wand wirkt modern, zurückhaltend und hochwertig. Gerade bei minimalistischen oder zeitgemäßen Einrichtungskonzepten kommt die Wand dadurch stärker als Teil der Architektur zur Geltung.

 

Doch eine wirklich schöne glatte Wand entsteht nicht einfach durch einen Anstrich. Je glatter die gewünschte Oberfläche, desto sichtbarer werden Unebenheiten, Übergänge und Fehler im Untergrund.

 

Deshalb kommt es bei dieser Art der Wandgestaltung vor allem auf eine sorgfältige Vorbereitung und eine fachgerechte Ausführung a

Was bedeutet eigentlich "glatte Wand"?

Eine gestrichene Wand ist nicht automatisch glatt.

 

Auch eine Wand, die bereits verputzt und weiß gestrichen ist, kann eine deutliche Oberflächenstruktur besitzen. Je nach Putzart sind beispielsweise feine Körnungen, Unebenheiten oder unterschiedliche Strukturen sichtbar.

 

Wer eine wirklich ruhige Oberfläche ohne erkennbare Körnung oder Tapetenstruktur möchte, benötigt deshalb eine entsprechend vorbereitete Wand.

 

Dabei gibt es unterschiedliche Qualitäts- und Ausführungsstufen. Je höher die Anforderungen an die Oberfläche sind, desto sorgfältiger müssen Spachteln, Schleifen, Grundieren und Beschichten aufeinander abgestimmt werden.

Warum sieht man auf glatten Wänden jeden Fehler?

Eine glatte Wand hat einen entscheidenden Vorteil: Sie wirkt ruhig und hochwertig.

Gleichzeitig hat sie aber auch einen Nachteil:


Je glatter die Oberfläche, desto stärker fallen Unebenheiten auf.

Eine kleine Vertiefung oder ein Übergang, der auf einer strukturierten Tapete kaum auffällt, kann auf einer glatten, einfarbig gestrichenen Wand deutlich sichtbar werden. Besonders bei seitlich einfallendem Tageslicht kann sich das zeigen. Licht von großen Fenstern oder bodentiefen Verglasungen trifft häufig schräg auf die Wandfläche und macht Unebenheiten durch Schatten sichtbar.


Deshalb ist eine hochwertige glatte Wand deutlich anspruchsvoller als ein einfaches „Wand streichen“.

Wie entsteht eine glatte Wand?

Der Weg zur glatten Oberfläche beginnt mit der Beurteilung des vorhandenen Untergrunds.

Je nach Zustand der Wand können unterschiedliche Vorarbeiten notwendig sein.

 

1. Untergrund prüfen

Zunächst muss festgestellt werden, wie der vorhandene Untergrund beschaffen ist.

Dabei wird unter anderem geprüft:

  • Ist der alte Putz beziehungsweise die vorhandene Beschichtung tragfähig?
  • Gibt es Risse oder Abplatzungen?
  • Sind Unebenheiten vorhanden?
  • Gibt es alte Tapetenreste oder Kleisterrückstände?
  • Muss die Oberfläche grundiert werden?
  • Gibt es Hinweise auf Feuchtigkeit oder andere Schäden?

Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Vorarbeiten tatsächlich notwendig sind.

 

2. Unebenheiten und Schäden bearbeiten

Löcher, Risse und beschädigte Stellen müssen zunächst fachgerecht bearbeitet werden.Bei größeren Unebenheiten kann ein umfassenderer Spachtelauftrag notwendig sein. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige Fläche, auf der anschließend die gewünschte Endbeschichtung aufgebaut werden kann.

 

Dabei gilt: Spachtelmasse ist kein Ersatz für eine notwendige Sanierung des Untergrunds.

 

Wenn beispielsweise Feuchtigkeit die Ursache für einen Schaden ist, muss zunächst diese Ursache geklärt werden.

 

3. Flächen spachteln

Je nach gewünschter Oberflächenqualität kann es erforderlich sein, größere Wandflächen vollständig zu spachteln. Durch das Spachteln werden Unebenheiten ausgeglichen und die Oberfläche für die weitere Bearbeitung vorbereitet.

 

Wie umfangreich diese Arbeiten ausfallen, hängt vom vorhandenen Untergrund und vom gewünschten Ergebnis ab.

 

4. Schleifen

Nach dem Spachteln wird die Oberfläche geschliffen.

 

Dieser Arbeitsschritt ist besonders wichtig, weil sich kleine Übergänge oder Bearbeitungsspuren später unter einem gleichmäßigen Anstrich deutlich zeigen können.

Bei einer hochwertigen glatten Wand geht es deshalb nicht darum, möglichst schnell Farbe auf die Wand zu bringen. Die Qualität entsteht zu einem großen Teil in den Arbeitsschritten davor.

 

5. Grundieren

Vor dem Anstrich kann je nach Untergrund eine geeignete Grundierung erforderlich sein. Sie kann dazu beitragen, die Saugfähigkeit des Untergrunds zu regulieren und eine gleichmäßige Grundlage für die nachfolgende Beschichtung zu schaffen.

 

Welche Grundierung geeignet ist, hängt vom jeweiligen Untergrund und vom verwendeten Beschichtungssystem ab.

 

6. Streichen

Erst wenn der Untergrund entsprechend vorbereitet ist, erfolgt der eigentliche Anstrich.

Bei einer glatten Wand ist eine gleichmäßige Ausführung besonders wichtig. Ansätze, Rollspuren oder unterschiedliche Oberflächenwirkungen können auf einer ruhigen, einfarbigen Fläche schnell auffallen.

Glatt ist nicht gleich perfekt eben!

Hier lohnt sich eine wichtige Unterscheidung.

Eine glatte Oberfläche bedeutet nicht automatisch, dass eine Wand absolut eben und frei von jeder optischen Abweichung ist. Wie perfekt eine Fläche ausgeführt werden kann und muss, hängt unter anderem von den baulichen Voraussetzungen, dem vorhandenen Untergrund, der Beleuchtung und den vereinbarten Qualitätsanforderungen ab.


Gerade bei Renovierungen in älteren Gebäuden ist deshalb eine absolut perfekte Oberfläche nicht immer ohne erheblichen Aufwand erreichbar.


Wer eine besonders hochwertige glatte Wand wünscht, sollte die Anforderungen deshalb vor Beginn der Arbeiten konkret besprechen.

Welche Rolle spielt das Licht?

Licht wird bei der Planung glatter Wände häufig unterschätzt.

 

Eine Wand kann bei diffusem Tageslicht vollkommen gleichmäßig wirken und bei seitlich einfallendem Sonnenlicht plötzlich Unebenheiten zeigen. Besonders kritisch können sein:

 

  • große Fensterflächen,
  • bodentiefe Fenster,
  • starke seitliche Beleuchtung,
  • LED-Streifen oder Wandbeleuchtung,
  • Lichtquellen, die sehr nah an der Wand angebracht sind.


Deshalb sollte bei besonders hohen Ansprüchen nicht nur die Wand selbst betrachtet werden. Auch die spätere Beleuchtung beeinflusst, wie die Oberfläche wahrgenommen wird.

Sind glatte Wände besser als Tapeten?

Nicht unbedingt. Es handelt sich vielmehr um unterschiedliche Gestaltungskonzepte.

Glatte, gestrichene Wände wirken häufig ruhig, klar und modern. Sie lassen Möbel, Bilder und andere Gestaltungselemente stärker zur Geltung kommen. Tapeten bieten dagegen zusätzliche Möglichkeiten bei:

 

  • Mustern,
  • Strukturen,
  • Farben,
  • Materialwirkungen,
  • dekorativen Akzenten.


Welche Lösung besser passt, hängt deshalb vom persönlichen Geschmack und vom Raumkonzept ab.

Eine Kombination kann ebenfalls interessant sein: Die meisten Wände werden glatt und zurückhaltend gestrichen, während einzelne Bereiche mit einer besonderen Tapete oder einer dekorativen Technik gestaltet werden.

Welche Farbe eignet sich für glatte Wände?

Bei einer glatten Oberfläche spielt nicht nur der Farbton eine Rolle. Auch die Eigenschaften und der Glanzgrad der Beschichtung beeinflussen das Ergebnis.

 

Matte Oberflächen können besonders ruhig und elegant wirken. Je nach Raum und Beanspruchung können aber auch strapazierfähigere Beschichtungen sinnvoll sein.

 

Bei der Farbauswahl sollte außerdem berücksichtigt werden, dass ein Farbton auf einer großen, glatten Fläche anders wirken kann als auf einem kleinen Farbmuster.

 

Gerade weil glatte Wände wenig Struktur besitzen, bekommt die Farbwirkung selbst mehr Gewicht.

 

 

Sind glatte Wände pflegeleicht?

Eine glatte Wand hat keine Tapetenstruktur, in deren Vertiefungen sich Staub sammeln kann. Das kann im Alltag angenehm sein. Allerdings bedeutet eine glatte Oberfläche nicht automatisch, dass jede Wand besonders robust oder problemlos abwaschbar ist.

 

Hier kommt es auf die verwendete Beschichtung an.

 

In einem wenig beanspruchten Wohnbereich können andere Anforderungen gelten als beispielsweise in einem Flur, Treppenhaus oder Kinderzimmer.

 

Deshalb sollte die Wahl der Wandbeschichtung immer auch an die Nutzung des jeweiligen Raumes angepasst werden.

 

 

Lohnt sich der höhere Aufwand?

Das hängt von den eigenen Ansprüchen ab.

Wer eine möglichst ruhige und hochwertige Wandgestaltung ohne Tapetenstruktur möchte, für den kann sich der zusätzliche Aufwand durchaus lohnen.

 

Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die glatte Optik ihren Preis vor allem in der Untergrundvorbereitung hat.

 

Ein hochwertiges Ergebnis entsteht nicht dadurch, dass eine besonders teure Farbe verwendet wird. Entscheidend sind vielmehr ein geeigneter Untergrund, sorgfältige Spachtel- und Schleifarbeiten sowie eine fachgerechte Beschichtung.

Fazit: eine schöne glatte Wand beginnt lange vor dem ersten Anstrich

Glatte Wände können einem Raum eine sehr moderne und hochwertige Wirkung geben. Gleichzeitig stellen sie höhere Anforderungen an den Untergrund und an die Ausführung. Je ruhiger und glatter die gewünschte Oberfläche sein soll, desto sorgfältiger müssen Unebenheiten, Risse und alte Beschichtungen bearbeitet werden.

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht die Farbe, sondern die Vorbereitung.

 

Wer glatte Wände möchte, sollte bereits vor Beginn der Renovierung klären, welche Oberflächenqualität gewünscht ist und welche Voraussetzungen der vorhandene Untergrund dafür mitbringt.

 

Sie wünschen sich glatte, hochwertige Wandflächen?

 

Ob Untergrundvorbereitung, Spachtelarbeiten, Schleifen oder abschließender Anstrich: Wir unterstützen Sie bei der fachgerechten Gestaltung Ihrer Innenräume.

 

Als Malerfachbetrieb aus Wölfersheim arbeiten wir im Wetteraukreis und unter anderem in Friedberg, Bad Nauheim, Reichelsheim, Florstadt, Echzell und Münzenberg.


Sie überlegen noch, ob eine glatte, gestrichene Wand oder eine Tapete besser zu Ihrem Raum passt? Dann lesen Sie auch unseren Ratgeber „Wände streichen oder tapezieren? Welche Lösung passt zu Ihrem Zuhause?“

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